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Feldmusik Luthern und ihre Geschichte

 

Noch bevor der Gotthard-Eisenbahntunnel durchstochen wurde, haben im Jahre 1869 einige initiative Männer die Feldmusik Luthern gegründet. Damals nannte sich der Verein Musikgesellschaft Luthern. Über die Zeit vor 1899 sind leider keine Dokumente vorhanden. Jedenfalls kam es am 27. Dezember 1899 zur Neugründung des Vereines.

 

Bereits im Winter 1900/1901 wurde das heute kaum mehr wegzudenkende Weihnachtsblasen durchgeführt. Bei diesem schönen alten Brauch zieht der Verein, aufgeteilt in zwei Gruppen, heute noch zu Fuss von Haus zu Haus um der Bevölkerung auf musikalische Art Weihnachtsstimmung zu verbreiten.

 

Am 8. Februar 1903 durfte der Verein zum ersten offiziellen Konzert einladen. Nach weiteren fünf Jahren wurde die erste Uniform, damals zum heute unglaublichen Preis von Fr. 85.-- pro Stück angeschafft.

 

erstesFoto 

Die erste Fotografie der Musikgesellschaft Luthern aus dem Jahre 1908 mit der neu angeschafften Uniform.

 

Nun waren aber für die Musikgesellschaft schwere Zeiten angebrochen. Einige Mitglieder der Musikgesellschaft wandten sich von dieser ab und gründeten einen eigenen Verein und dem Namen Feldmusik Luthern. Nach der Gründung der Feldmusik kommt es an der Generalversammlung vom 22. September 1911 zur Existenzfrage bei der Musikgesellschaft: "Wollen wir mit unserer Musik weiterfahren oder nicht?" Die Antwort fällt eindeutig aus: "Es wurde begeistert einstimmig beschlossen weiterzufahren und der neu aufgetauchten Musik Konkurrenz zu machen".

 

Am 30. Oktober 1910 wird das neue Hofstatt-Schulhaus (Hofstatt ist ein Weiler der Gemeinde Luthern) eingeweiht. Das gibt der "alten" Musikgesellschaft die Gelegenheit, ihre Proben und Versammlungen nach und nach in die Hofstatt zu verlegen. Daher kommt der Name "Hofstatt-Musik" oder auch "Unterländer-Musik".

 

Nach einiger Zeit "Nebeneinander" und "Gegeneinander" der zwei Musikvereine konnte man sich 1934 dazu durchringen, wieder einen gemeinsamen Verein zu gründen. Unter dem Namen Musikgesellschaft Harmonie Luthern haben sich die Feldmusik und die Musikgesellschaft vereint.

 

Von diesem Zeitpunkt an gibt es eigentlich vorwiegend positives zu berichten. Der Verein engagierte sich von Jahr zu Jahr stärker und suchte auch immer wieder Herausforderungen in musikalischer Hinsicht. Bereits 1956 durfte der Verein für das Radiostudio Bern Aufnahmen machen. Regelmässig nahm man an kantonalen und eidg. Musikfesten teil. So erspielte sich die Feldmusik 1986 in Winterthur in der 2. Stärkeklasse den ersten Rang. 1996 wagte man in Interlaken erstmals den Schritt in die 1. Stärkeklasse.

 

Die Bezeichnung Musikgesellschaft Harmonie Luthern wurde der Tatsache, dass der Verein in reiner Blech-Besetzung spielte längst nicht mehr gerecht. So beschloss man im Jahre 1960 an der Generalversammlung, wiederum den Namen Feldmusik Luthern zu führen. Die Feldmusik Luthern war in unserer Region eine der ersten Vereine, welcher 1970 die Trompeten durch Cornets ersetzte und die Brass Band-Besetzung einführte.

 

1968 war noch ein Vorstandsbeschluss von Nöten, damit Mädchen überhaupt ein Blasinstrument erlernen durften. Doch die Zeiten ändern sich. Von 1996-2000 stand der Verein sogar unter der Leitung einer Frau.

 

 Uniformen

Die bisherigen 5 Uniformen aus den Jahren 1908, 1930, 1954, 1974 und 1994 (aktuell)


 

 

Feldmusik Luthern und ihr Wirken

 

Die Feldmusik Luthern darf sich mit Stolz als sehr aktiver Verein präsentieren. Versammeln sich doch die Musikantinnen und Musikanten alljährlich über hundert Mal zu Proben, Auftritten und Anlässen. Hierbei steht ganz speziell das kulturelle Wirken im Dienste unserer Bevölkerung im Vordergrund. So kommt es auch nicht von ungefähr, dass die Feldmusik bei den Luthertalerinnen und Luthertalern tief verwurzelt ist und letztendlich stets auch auf deren Unterstützung, nicht zuletzt auch finanzieller Art, zählen kann.

 

Beispielsweise ist es seit jeher Brauch, den Einwohnerinnen und Einwohnern der Gemeinde ab dem 80. Altersjahr alle fünf Jahre mit dem ganzen Verein ein Geburtstagsständchen vorzutragen. Alljährlich steht im April das Jahreskonzert auf dem Programm. Bei der Zusammenstellung des Programms wird besonders Wert darauf gelegt, möglichst alle Stilrichtungen zu berücksichtigen. Jeweils im Dezember lädt die Feldmusik in die wunderschöne Pfarrkirche zum Adventskonzert ein. Auch bei der Mitgestaltung kirchlicher Anlässe kann stets auf die Feldmusik gezählt werden. So findet am Auffahrtstag zu den Klängen der Feldmusik die traditionelle Auffahrtsprozession zur Kapelle auf den Heimberg (oder im Volksmund "Heubärg") statt. Ebenso werden die Gottesdienste an Weisssonntag und Fronleichnam von uns musikalisch umrahmt.

 

Das Wirken der Feldmusik beschränkt sich aber nicht nur auf das Musizieren. So wird am Mittwoch vor dem Schmutzigen Donnerstag die Föifliberparty, eine Fasnachtsveranstaltung spezieller Art, durchgeführt. Die Gestaltung eines Wagens an der Tannenschleipfete am Güdisdienstag, das Lebkuchenzwirbeln an der Dorfkilbi und unser Lotto zählen zu den vielfältigen aussermusikalischen Aktivitäten des Vereins. Im Sommer lädt die Feldmusik zum gemütlichen Waldfest ein.